Ferngesteuerter Hubschrauber – erste Schritte mit dem Koaxial Heli

Das ist in der Packung - Foto M. Löffler

Vorsichtig auspacken

Gerade jetzt zu Weihnachten werden wieder tausende ferngesteuerter Hubschrauber verschenkt, damit der Erstflug nicht gleich in einem Crash endet habe ich hier mal die wichtigsten Tipps für die ersten Schritte bzw. Flüge zusammengestellt.

Damit möglichst viele etwas von diesem Artikel haben, habe ich die Tipps nicht auf ein spezielles Modell ausgelegt, sondern so allgemein wie möglich gehalten. Zwar gibt es bei ferngesteuerten Koaxial-Hubschraubern für Anfänger große Uterschiede im Preis und auch in der Qualität der Komponenten. Die Modelle kosten zwischen gerade mal rund 30,- und über 100,- € diese Tipps lassen sich aber auf alle Koaxial Hubschrauber anwenden.

Achtung – Diese Anleitung bezieht sich ausschließlich auf ferngesteuerte Koaxialhubschrauber für Anfänger mit einem Rotordurchmesser bis. max. ca. 35cm Größere Modellhubschrauber und solche mit nur einem Hauptrotor sollten von Anfängern nicht allein in Betrieb genommen werden. Holen Sie sich ggf. Hilfe von einem Erfahrenen Modell Heli Piloten.

  1. Unboxing – Auch wenn es schwer fällt, der Heli sollte jetzt nicht hastig aus dem Karton gerissen, eingeschaltet und ausprobiert werden, sondern mit Bedacht ausgepackt werden, sonst ist er unter Umständen schon beim Auspacken kaputt. Ein großer Tisch hilft, den Inhalt der Verpackung stück für Stück zu entnehmen und übersichtlich hinzulegen. Achtung manchmal sind Teile mit Klebeband oder Draht gesichert. Dies muss erst entfernt werden, damit man beim Auspacken keinen Bruch riskiert. Jetzt wäre auch der richtige Zeitpunkt um der Anleitung (hoffentlich in Deutsch) 5 Minuten zu widmen. Die Anleitung enthält oft auch eine Liste mit den Artikelnmummern der lieferbaren Ersatzteile, deshalb sollte sie unbedingt aufbewahrt werden.
  2. Pre – Flight – Check – Wie bei den großen sollte dem Flug immer eine Vorflugkontrolle vorangehen. Der Flugakku sollte vollständig aufgeladen sein (je nach Modell zwischen 20 und 90 Minuten) ein paar frische Batterien oder geladene Akkus sollten auch im Sender liegen. Nun widmen wir der Mechanik des Hubschraubers einen intensiveren Blick. Beide Rotoren sollten sich leicht und ohne Scout-hintenhaken drehen lassen. Die Paddelstange oder Flybar sollte leicht von einer auf die andere Seite schwingen können und dabei mit ihrem Gestänge den oberen Rotor leicht zu beiden Seiten kippen. Als nächstes wird der Sender einegschaltet, der Gasknüppel in die 0 Position gebracht und danach der Flugakku in den Heli eingelegt und angeschlossen bzw. bei fest eingebautem Akku der Hubschrauber eingeschaltet. Und sofort auf eine ebene, feste Unterlage gestellt und so festgehalten, dass nichts in den Rotor gelangen kann. Jetzt wird vorsichtig ohne Gas zu geben der Roll und Nick Knüppel bewegt. Beide Servos sollten frei arbeiten können ohne zu haken und die Taumelscheibe in die jeweilige Richtung kippen. Die Taumelscheibe muss dabei über ein Gestänge auf den Anstellwinkel des uneren Rotors wirken. Gibt man vorsichtig ein wenig Gas, müssen sich beide Rotoren entgegengesetzt drehen. Nach diesem ersten Check wird der Heli nochmals abgeschaltet.
  3. Der richtige Platz zum Fliegen – Damit der erste Flug nicht mit einem Crash endet, sollte der Platz zum fliegen ausreichend bemessen sein. Da Koaxial Hubschrauber sehr windempfindlich sind, wird die Wahl wohl auf einen Raum im Haus fallen. Wichtig ist dennoch, das wir uns eine möglichst große freie Fläche schaffen. Im Wohnzimmer müssen ggf ein paar Möbel beiseite gerückt werden. Achtung auch Deckenlampen und neugierige Zuschauer sind Hindernisse. Ideal ist natürlich eine leere Garage, oder gar eine Halle.
  4. Absolute Windstille – Koaxial Hubschrauber sind sehr sehr windempfindlich. Ich empfehle einen Erstflug niemals draußen zu machen, draußen ist es maximal an 3-4 Sommerabenden so Windstill das der Heli nicht weggeblasen würde. Wenn man später sicher an den Knüppeln ist, kann man schon die Grenzen des Modells ausloten. Für den Erstflug herrscht aber Null Wind. Das heißt es wird drinnen geflogen.
  5. Maximal 1 Zuschauer – Zuschauer beim Erstflug sind nicht nur unnötige Hindernisse für den Heli, sie neigen auch dazu den Piloten nervös zu machen. Ich rate deshalb dazu den Erstflug am besten allein zu machen. Ein Zuschauer den man gerne dabei haben möchte, ist aber erlaubt.
  6. Kreisel initialisieren lassen – Vor dem ersten Start wird wieder zuerst der Sender eingeschaltet. Dann der Heli. Der Heli muss direkt nach dem Einschalten, bzw. anstecken des Flugakkus still auf dem Startplatz stehen, bis sich der Kreisel initialisiert hat. Auf keinen Fall darf der Hubschrauber dabei in der Hand gehalten werden. Wärend der Initialisierung sucht der Kreisel sich seinen Nullpunkt, er „lernt“ gewissermaßen was es heißt still zu stehen. Dies ist nötig damit er später im Flug ein Abweichen erkennt und gegensteuern kann.
  7. Abheben und Höhe halten – Jetzt wird es ernst!!! – Um das erste mal vom Boden abzuheben gibt man beherzt aber dennoch gefühlvoll Gas. Bei den meisten Hubschraubern muss man den Gasknüppel etwa bis zur Mitte schieben um einen stabilen Schwebflug zu erreichen. Die erste Übung ist, mit dem Hubschrauber eine Höhe von etwa 1m über dem Boden zu halten. Steigt er höher oder sinkt er tiefer muss das mit dem Gas korrigiert werden. Die Richtung in die die Nase Zeigt ist dabei erst mal egal und wird nicht korrigiert. Driftet der Hubschauber zu weit in eine Richtung in der kein freies Feld zum Landen wäre, so reduziert man das Gas und wiederholt die Übung von einer sicheren Stelle aus. Ziel ist es ein Gefühl für den Gasknüppel und dafür wie stark man korrigieren muss, zu bekommen.
  8. Nicht zu nah am Boden fliegen – Für die Übung unter 7. und alle weiteren Flüge ist es wichtig immer in ca. 1m oder Höhe oder höher zu fliegen. Die natürliche Überlegung der meisten Anfänger ist, die ersten Übungen nahe am Boden zu Bodeneffektmachen, um den Schaden gering zu halten, wenn etwas schief geht. das ist aus 2 Gründen falsch. Zum ersten lässt sich der Heli am Boden wegen des Bodeneffektes (Siehe Erklärung der Fachbegriffe) kaum kontrollieren. Zweitens ist der Boden (die Zimmerdecke auch) hart, und eine Berührung desselben mit den rotierenden Rotorblättern für viele Beschädigungen verantwortlich. Ein Heli geht nur selten in der Luft kaputt. Mehr Höhe bedeutet also mehr Zeit zum Reagieren und mehr Luft zwischen Heli und Boden.
  9. Das Heck zum Piloten halten – Die nächste Übung ist es den Hubschrauber auf der Stelle zu halten, ohne das er in eine Richtung abdriftet. Dazu sollte das Heck des Modells zum Piloten zeigen, sonst wird das Steuern für den Anfang zu schwierig. Das Heck sollte eigentlich nahezu von allein dauerhaft in der Richtung stehen wie man gestartet ist, bzw nur ganz geringe Korrekturen erfordern, das stellt der Gyro (Kreisel) in der Elektronik des Hubschraubers sicher. Ist das nicht der Fall sollte man überprüfen ob die Trimmung des Gier-Kanals in Mittelstellung ist und den Hubschrauber noch einmal aus und Einschalten damit der Kreisel neu initialisieren kann, wie in Punkt 6 beschrieben. Ein Trimmen sollte eigentlich nicht nötig sein.
  10. Fleißig üben – Wie bei fast jedem Hobby gilt auch beim Modellhubschrauber fliegen: „Übung macht den Meister“ Bereits nach ungefähr 10 Flügen ca. 3-4 Minuten geht das Starten, Landen und das Ansteuern eines Ziels (noch mit dem Heck zum Piloten) schon viel einfacher, als es beim Erstflug den Anschein hatte. Der Spaß am Modellhubschrauber nimmt von Flug zu Flug zu. Und falls mal etwas kaputt geht, blos nicht gleich aufgeben. Auch das „Schrauben“ gehört dazu. Fast jeder Hubschrauber lässt sich nach einem Crash wieder reparieren, sofern die erforderlichen Ersatzteile verfügbar sind. Allen die diese Anleitung lesen und noch unschlüssig sind, welches Modell sie kaufen sollen kann ich die Modelle von Blade bzw von Nine Eagles ans Herz legen. Für diese Modelle sind Ersatzteile im Fachhandel leicht verfügbar.

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